Wie in jedem Jahr veranstalteten kapitalistische Unternehmen auch in diesem wieder eine »Black Week« o. Ä. genannte Aktion, um dem einfachen (ungebildeten) Volk das Geld aus den Taschen zu ziehen und sich selbst zu bereichern. Dieses Jahr fiel der Black Friday und somit die Woche der angeblich besonders tollen Sonderangbote auf die letzte Woche des Novembers. Auch die LD-Stiftung, anderweitig auch als Lidl bekannt, nahm an dieser Aktionswoche teil.
So geschah es, dass unsere Augen auf einem der Raubzüge für die Organisation der frühnachmittaglichen Mahlzeit ein besonders Angbot erspähten: Das Zappelwasser der Lidl Eigenmarke namens »Kongstrong« war auf 35ct pro 0,5l Dose reduziert. Bei einem regulären Preis von 69ct pro Dose hatte dieses Angebot ein großes Lockpotential für alle Energytrinker mit konditionierten Geschmacksknospen.
Der Leser, der nicht mit dem Konsum von Energydrinks – billigen im Besonderen – vertraut ist, kann sich die Qualität dieses Energietrunks wie folgt vorstellen: Im Vergleich zu Qualitäts-Mixturen lässt der Geschmack zu wünschen übrig. Möchte man den Vergleich zu Alkoholika ziehen, so entspricht der Kongstrong dem Öttinger unter den Energydrinks – billig und schlecht, aber mit Wirkung. Im Extremfall sind regelmäßige Konsumenten dieses Gebräus mit harten Alkoholikern zu vergleichen, die bereits an vergelltem Brennspiritus nuckeln und über den Geschmack hinweg sehen können. Manchen Konsumenten fehlt bei qualitativ hochwertigen Energydrinks dann der »Ranzgeschmack«.
Erstaunlich ungebildet und koffeinabhängig wie von Schülern der Oberstufe zu erwarten fassten wir also gleich den Plan, zuzuschlagen und uns einen großen Vorrat anzulegen, da ohnehin jede Woche mehrere Liter dieser Flüssigkeit verdampften. Der nächste logische Schritt war also mit erhöhter Transportkapazität einen erneuten Angriff zu starten und möglichst viele Dosen zu kaufen. Insgesamt belief sich die Gesamtanzahl auf 92 Stück. Bei solch einer hohen Anzahl wurde beim bezahlen an der SB-Kasse sogar ein Tennisarm riskiert, da nicht die Möglichkeit bestand, eine Anzahl anzugeben, sondern jede Dose einzeln eingescannt werden musste. Schlussendlich belief sich der Einkauf auf einen Wert knapp unter 50€, allerdings wurde auch 24€ Pfand gezahlt.
Der Transport zurück in die Schule erfolgte dann mit Hilfe eines Fahrrads. Die Dosen die nicht in den Fahrradkorb gebastelt werden konnte, wurden sich in Jacken- und Hosentaschen gesteckt. Angekommen in der Schule wurden die Dosen in einem bereitstehenden Spind verstaut und gesichert. Dieser war mit den 92 Blechbehältern bis zur Decke gefüllt.

Nachdem die Arbeit vollbracht war wurden verschiedene Vermutungen aufgestellt, wie lange das Lager dem Bedarf am Zuckergetränk Stand halten würde. Die verschiedenen Schätzungen reichten von 3 Monaten bis zum Abi (1,5 Jahre also). Schlussendlich mussten wir leider feststellen, dass wir alle unseren Energy Konsum stark unterschätzt hatten und der Vorrat bereits nach 2 Monaten aufgebraucht war. Bereits im nächsten Halbjahr musste die überlebenswichtige Substanz also wieder zum regulären Preis gekauft werden.
Dieser Artikel wurde nicht mit den korrekten Strichen geschrieben − kommt mit klar ! [Redaktionelle Anmerkung: Doch, ich habe ihn soeben verbessert!]
